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filmography

                           mit  Ulrike Schladebach

 


In Ihrer Rolle als Helmut Gross jagen Sie 15 Folgen lang eine vermeintliche Mörderin. Eine erfolglose Jagd über so eine lange Distanz - woran liegt das?

Eine gute Idee vom Autor. Es ist ihm wohl gelungen, eine Serie zu schreiben, die nicht schon nach wenigen Folgen langweilig wird. Was Gross betrifft, so glaube ich, er will das Objekt seiner Begierde nicht verlieren. Das wäre aber der Fall, wenn er sie findet. Dann verschwände Chris Belling im Gefängnis. So entsteht für Gross das Paradoxon: Kriegt er sie, ist sie für ihn verloren.

Häufig entwickelt sich eine besondere Beziehung zwischen Tätern und Gesetzeshütern.

So überzeugt wie Gross von sich selbst ist, muss die Frau, die ihm so lange Paroli bietet, eine erhebliche Faszination auf ihn ausüben. Er fängt an, diesen Gegner wirklich ernst zu nehmen. Die Jagd wird für Gross zu einem persönlichen Kampf um sein Ego und sein Selbstbewusstsein.
Und was macht der gekränkte Macho wenn er wieder mal eine Niederlage einstecken muss: Er erhält sich die Selbstachtung durch die Erhöhung der Kontrahentin. Das muss nicht der schlechteste Ausganggspunkt für eine Emanzipation dieser Beziehung sein.

Für die Serie haben Sie Tango gelernt.

Ja, allerdings: Tango lernen ist wie ein Instrument spielen lernen. Das hört nie auf.

Nachahmungstäter: Werden die durch Krimiserien angeregt?

Das kommt auf x Faktoren an. Vielleicht inspiriert jemanden ein Hieronymus Bosch, seinen Nachbarn zu foltern. Ich habe aber den leisen Verdacht, dass dann ein paar andere Kleinigkeiten nicht ganz glücklich gelaufen sein müssen. Unser Film bewegt sich in einem deutlich fiktiven Bereich. Ihn als Handlungsanweisung für die Realität eins zu eins zu übertragen, erfordert schon einige an sich gemeingefährliche Deformationen der menschlichen Seele.

Nachdem die tägliche "Jagd" auf Chris Belling beendet ist, wie entspannen Sie sich?

Ich reinige meine Knarre.